Pierre Johne


geboren 1984 in Wiesbaden, lebt in Stuttgart

Mit zwölf Jahren fiel ich auf meinen Kopf. Seitdem sehe ich in Bildern, Visionen, Filmen, Träumen. Ameisen, die früher eine Glatze hatten, wachsen Haare auf dem Kopf, Licht bekommt Volumen, Bilder die vierte Dimension.

Als Autodidakt – zunächst unbeeinflusst von außen - entwickelte ich meine eigene Bildsprache in inszenierten Selbstportraits und Stills. Ich suchte grenzwertige Situationen, meistens in der Dunkelheit oder sehr früh am Morgen: extreme Kälte, Sturm, Hagel, Schnee, Wasser, Regen. Wie ein Schlafwandler stand ich stundenlang nachts im eisigen Wind auf dem Fernsehturm und jagte mit der Kamera Blitze. Ich mag es, wenn man das Gefühl hat, mittendrin zu sein und doch Distanz zu dem Bild bzw. dem Abgebildeten hat. Wie verhält sich ein Objekt oder Mensch zu seiner Umgebung? Wird der Betrachter vielleicht zum Objekt und der Blitz zum Subjekt?

Manchmal wäre ich als Fotograf gerne unsichtbar. Ich versuche, andere vor meine Sicht zu setzen, zeige was bei mir ankommt: Bewegende Bilder, die im ersten Moment eindrucksstark sein, auf den dritten Moment erschrecken, anziehen, zum Nachdenken anregen sollen. Manipulation wird erzeugt durch die Wirklichkeit - ich bilde sie nur ab.

Wie schmeckt ein Bild?

Meine Bilder müssen Gravitation haben - und Farbe. Ihre Wirkung entsteht aus ihnen selbst heraus. Ohne Kompromiss transportieren sie Dich in ihre eigene Welt.

Ich werde inspiriert durch Milliarden andere Bilder, auf die jeder im Internet Zugriff hat, stehe in ständigem Dialog mit ihnen. Dabei wird mir eines immer klarer: Versuche, das was du zeigst, wegzunehmen und das, was du bist, zu zeigen.

Die Kamera macht die Bilder nicht. Die Bilder entstehen im Kopf.
Mach deine Augen auf. Träume.

© 2010 Pierre Johne